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Referenzen

Umweltverträglichkeitsanalyse & Entsorgungskonzept für ein mechatronisches System

Ein militärischer LKW und ein containerbasiertes System in einer naturnahen Umgebung. Das Bild veranschaulicht die Minimierung von Umwelteinflüssen mobiler militärischer Systeme.

Ein deutscher Hersteller von militärischen Systemen benötigte kurzfristig eine umfassende Umweltverträglichkeitsanalyse sowie ein detailliertes Entsorgungskonzept für ein komplexes mechatronisches System. Die Grundlage für diese anspruchsvolle Dokumentation bildeten neben zivilen Vorgaben wie dem Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz (UVPG), dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG), dem Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) und der EU-Abfallrahmenrichtlinie auch strenge Vorschriften aus dem militärischen Umfeld. Hierzu zählten insbesondere das Customer Product Management (CPM) der Bundeswehr sowie spezifische interne Bereichsvorschriften zum Abfallmanagement.

Ziel und Herausforderung

Die zentrale Herausforderung bestand darin, unter hohem Zeitdruck sämtliche Komponenten des komplexen Systems lückenlos zu erfassen. Gleichzeitig musste die Anwendbarkeit der vielfältigen Schnittmengen aus zivilen und militärischen Normen auf jede einzelne Baugruppe geprüft und rechtssicher dokumentiert werden.

Vorgehen

Codronic setzte hierfür auf ein methodisches, qualitätsgesichertes Analyseverfahren, um trotz der hohen Systemkomplexität maximale Datendichte und -konsistenz zu garantieren. Der Prozess gliederte sich in folgende Phasen:

  • Strukturierte System-Analyse: Erfassung und Kategorisierung aller Komponenten auf Basis freigegebener Entwicklungsdaten in mechanische und elektrische Bauteile, Kaufteile (COTS – Commercial Off-The-Shelf/Katalog- bzw. Standardteile; MOTS – Modified Off-The-Shelf/Kunden- oder Branchenspezifische Kaufteile) sowie spezifische Logistikgruppen.
  • Material- und Konformitätsabgleich: Ermittlung der verwendeten Werkstoffe. Bei Zukaufteilen wurden vorhandene Herstellerzertifikate auditiert, um die lückenlose Konformität bezüglich der REACH-Verordnung (Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von Chemikalien, Verordnung (EG) 1907/2006) und RoHS-Richtlinie (Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe, Richtlinie 2011/65/EU) rechtssicher und nachvollziehbar zu belegen.
  • Gezielte Engineering-Recherche: Schließen von Informationslücken durch die tiefe Analyse der technischen Dokumentation sowie die direkte, technische Klärung mit den jeweiligen Zulieferern.
  • Gefahrstoff-Klassifizierung: Präzise Identifikation umweltkritischer Stoffe von klassischen Betriebsstoffen (z. B. Schmierstoffen) bis hin zu technisch unverzichtbaren Elementen wie Cadmium, das in militärischen Hochleistungs-Steckverbindungen teilweise notwendig ist.

Sämtliche Erkenntnisse wurden schließlich in einem auditsicheren Rahmendokument zusammengeführt. Dieses enthält neben einer detaillierten Systembeschreibung mit Fokus auf umweltrelevante Stoffe eine vollständige Rechtskonformitätsmatrix sowie konkrete Handlungsvorgaben zur Minderung von Umweltauswirkungen und zur Einhaltung von Transportbestimmungen.

Ergebnis und Nutzen

Mit der von Codronic erstellten Dokumentation wurde die lückenlose Rechtskonformität (Compliance) des Systems im militärischen Nutzungskontext termingerecht sichergestellt. Über den reinen Compliance-Nachweis hinaus profitiert der Kunde von einer strukturierten Datenbasis: Die transparente Übersicht aller Materialströme und Umweltauswirkungen dient nun als wertvolles Standard-Werkzeug für das Design zukünftiger mechatronischer Systeme sowie für den kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP).

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